USA – Die Renditen für Staatsanleihen dürfen nicht steigen, doch sie tun es

Am 28.November 2013 war es soweit – die USA haben einen Schuldenberg in Höhe von 17 Bio. Dollar angehäuft. Der Blick auf die offizielle Schuldenuhr der USA verrät aber noch mehr. Täglich kommen seit Anfang Dezember rund 2,2 Mill. dazu. Blickt man die echten Schulden des amerikanischen Staates, das beinhaltet zusätzlich Rentenverpflichtungen und die Kosten für das Gesundheitswesen und die Bildung, stehen gar 60 Bio. Dollar auf der Uhr… 60.000.000.000.000 $! Zum Vergleich: Deutschland hat aktuell rund 2,2 Bio. Euro Schulden, täglich kommen ca. 19 Mio. Euro Schuld hinzu. Das sieht nach einem „gesunden“ Umgang mit Verschuldung in Deutschland aus. Interessant ist das Verhältnis aus Schuldenberg zur Neuverschuldung der beiden Länder. Das Ergebnis: Die USA haben den größeren Schuldenberg und verschulden sich dadurch täglich rund 150 mal mehr als Deutschland. Seit 2008 nimmt die Schuldenaufnahme zur Stützung der Wirtschaft in den USA zudem exponentiell zu.

Der Grundstein für Staatsschulden und damit Staatsinvestitionen sind die Staatsanleihen und ihre Renditen. Die US-Anleihe 10 Jahre steht aktuell bei rund 2,9% Rendite, die DE-Anleihe 10 Jahre bei rund 1,9%, Tendenz steigend.

us_treasury_10_years_2013

Wenn man sich mit Anleihen befasst wird schnell klar: Die Welt jongliert mit den Zinsen. FED, EZB, BOE, BOJ kaufen Anleihen mit Schuldgeld auf um die Zinsen möglichst niedrig zu halten. Banken müssen verstärkt in Anleihen gehen, da diese ohne Eigenkapital gedeckt werden müssen (Basel III Richtlinien). Das wiederum erfreut die Politik, denn die Anleihen finden reissenden Absatz im Markt, es kommt Geld in den Staatshaushalt und Wahlversprechen können ohne Anstrengungen eingehalten werden. Ein rundes Spiel für alle Beteiligten… bis die Gläubiger den Staaten nicht mehr zutrauen in 10 Jahren die Schuld zu tilgen. Wenn das geschieht, steigen die Zinsen der Anleihen. Dann werden die Schuldenberge sehr schnell zum Problem: Die Staatseinnahmen, wie Steuergelder, müssen zu einem hohen Maße für Tilgungen der Schulden ausgegeben werden. Damit bleibt weniger Kapital für Investitionen im Staat, beispielsweise für die Infrastruktur, das Kulturangebot, die Bildung und unsere Renten. Um dieses Defizit auszugleichen müssen wieder neue Schulden aufgenommen werden, wiederum mit Renditeversprechen für die nächsten Jahre. Man darf gespannt sein, wie lange dieses Spiel noch gespielt werden kann. Die Welt wird dem System gegenüber misstrauischer angesichts der prognostizierten US Staatsverschuldung in Höhe von 80 Bio. Dollar bis 2028. Das sind in 14 Jahren knapp fünf mal mehr Schulden als heute.

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(C) GELDRAUB

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