Der Nennwert auf Goldmünzen – Was sagt er aus und warum ist er wichtig?

Goldliebhaber kaufen Münzen oder Barren. Das primäre Ziel ist es, für möglichst wenig Währung die größte Menge Metall zu bekommen. Aufgrund der geeichten Stückelung und der besseren Fälschungssicherheit gegenüber Barren, sind die 1 Oz Goldmünzen ein weltweit beliebtes Anlageobjekt. Verschiedene Länder geben verschiedene Münzserien mit zahlreichen Motiven heraus, was das Sammeln von Münzen abwechslungsreich gestaltet. Letztlich steckt immer eine Unze Gold in einer Münze, egal welche man kauft. Interessant wird es, wenn man den geprägten Nennwert betrachtet.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum auf Goldmünzen diese Zahl genannt ist? Ja genau – diese Münzen sind ein offizielles Zahlungsmittel in den jeweiligen Ländern, deshalb muss deren Wert in einer Währung benannt sein. Man ist jedoch als Goldbug stets geneigt, den Nennwert (auch Nominalwert genannt) einer Goldmünze zu ignorieren. Der Metallpreis steht seit Jahrzehnten um ein Vielfaches höher als der Nennwert. Genau an diesem Punkt wird es bei genauerer Betrachtung spannend!
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Aktueller Goldpreis (14.03.2014): 1380 USD/Oz Au.
Als Beispiel nehmen wir die bekannte Maple Leaf 1 Oz Goldmünze der Royal Canadian Mint.
Ihr Nennwert, aufgeprägt auf der Münze, beträgt seit 1979 50 CAD (Kanadische Dollar).

Angenommen: Im Falle eines neuen Goldstandards würde eine Unze Gold 50 CAD kosten, bzw. den Wert (Deckung) der Währung repräsentieren. Um diesen Wert numerisch zu erreichen, müsste die heutige Währung CAD ca. 30-fach abwerten. Ein Währungsschnitt 30:1! Als Besitzer dieser Goldmünze haben Sie nichts verloren, Ihre Kaufkraft bleibt erhalten. Besitzer von Papiergeld haben hingegen nur noch rund 3% Kaufkraft übrig.

Wenn man sich im Münzangebot umsieht und die Nennwerte gezielt betrachtet fällt auf, dass sie durchaus variieren. Beispielsweise werden von der selben Münzprägestelle (Royal Canadian Mint) Goldmünzen 1Oz mit Nennwert von 50 CAD bis 200 CAD ausgegeben. Zum fast identischen Kaufpreis! Kommt ein Währungsschnitt 30:1, haben Münzen mit hohem Nennwert einen besonderen Zauber. Sie haben den vierfachen Nennwert. In diesem speziellen Fall kann man eine Unze Gold mit Nennwert 200 CAD gegen 4 neue mit Nennwert 50 CAD tauschen. Ihr physischer Goldbestand hat sich vervierfacht, ohne nennenswerte Extrakosten beim Kauf!

Wenn man nun zusätzlich Silbermünzen in Betracht zieht, ergibt sich ein weiteres Aha-Erlebnis: Bleiben wir beim Beispiel Maple Leaf: Eine Silbermünze 1 Oz hat denn Nennwert von 5 CAD aufgeprägt. Das Nennwertverhältnis aus Goldmünze (50 CAD) zu Silbermünze (5 CAD) beträgt 1:10. Anders sieht es bei den Wiener Philharmonikern aus: Die Goldmünze hat einen Nennwert von 100 EUR, die Silbermünze 1,5 EUR (jeweils 1 Oz). Hier ist das Ratio der Nennwerte 1:67! Diese Unterschiede in den Metallbewertungen in unterschiedlichen Währungsräumen sind bemerkenswert, denn historisch war Gold zu Silber stets zw. 1:15 und 1:20 bewertet. In Nordamerika bewertet man das Silber höher, in Europa das Gold.

Der Nennwert hat noch einen Vorteil: Sollte (wider erwarten) der Metallpreis unter den Nennwert sinken, erhalten Sie dennoch den genannten Wert in Währungen. Der Nennwert dient also als Puffer nach unten.

Behalten Sie dieses Wissen im Hinterkopf, wenn Sie das nächste mal eine Gold- oder Silbermünze erwerben.
Ein Blick auf den Nennwert lohnt sich!
(C) GELDRAUB

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