Währungskrise – Währungskrieg – Währungsreset?

Was zur Zeit in der Finanzwelt los ist, kann man nur mit Kopfschütteln kommentieren. In China läuft der erste Bank-Run in jüngster Geschichte, Russland veräußert aufgrund der Krim-Krise massenhaft US-Staatsanleihen, in der Türkei, Indien und Argentinien schmieren seit Jahresbeginn die Wechselkurse ab, weil die FED ihr Tapering beginnt. Die globalen Zentralbanken kämpfen mit Zinserhöhungen gegen den Abfluss des Kapitals an. Waren wir in 2013 in einer Währungskrise gefangen, kann man im März 2014 bereits von einem Währungskrieg sprechen. Die Waffen sind die unglaublichen Mengen an Schuld, die unser Finanzsystem in den letzten 15 Jahren angehäuft hat. Der Einsatz dieser Waffen wird durch geopolitische Unruhen, Machtspiele der Weltpolitik oder durch das Ego einzelner Politiker, geschürt. Erst Währungskrise –> jetzt Währungskrieg –> dann Währungsreset?

Währungskrieg?
(Quelle Wikipedia):
„Ein Währungskrieg (von englisch currency war), bzw. eine kompetitive Abwertung (von englisch competitive devaluation) ist ein Wirtschaftskonflikt, bei dem Volkswirtschaften versuchen, ihre Währung abzuwerten und dadurch ihre jeweilige internationale Wettbewerbsfähigkeit auf Kosten der anderen Volkswirtschaften zu verbessern (eine sogenannte Beggar-thy-Neighbor-Politik). Die Abwertung der eigenen Währung soll dazu führen, dass sich die im Inland produzierten Produkte im Ausland kostengünstiger verkaufen lassen. Infolgedessen soll der Export steigen, die Produktion angekurbelt werden und die Arbeitslosigkeit sinken. Zugleich sinkt jedoch auch die Kaufkraft im Inland. Charakteristisch für einen Währungskrieg sind Vergeltungsmaßnahmen der anderen beteiligten Ökonomien, was insgesamt zur Instabilität der Weltwirtschaft führen kann. Daher besteht nach Auffassung des US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers Joseph Stiglitz die Gefahr, dass alle beteiligten Volkswirtschaften am Ende schlechter gestellt seien.“

Die Welt befindet sich laut dieser Definition bereits seit mehr als 30 Jahren im Währungskrieg. Es war aber überwiegen wirtschaftlicher Natur. In den letzten 5 Jahren kommt die macht- und geopolitische störend hinzu.

Das globale Geldsystem – Weltleitwährung USD:
Die USA stellen mit dem USD die Weltleit- und Weltreservewährung. Das bedeutet letztlich, dass alle Währungen der Welt an den USD gekoppelt sind. Die eigene Währung (z.B. EUR) ist gepaart durch den Wechselkurs. Dieser Wechselkurs ermöglicht das Führen des Währungskriegs zwischen den Wirtschafts- und Währungsräumen. Per Definition ist das Ziel des Währungskriegs, dass man seine eigene Währung gegenüber dem z.B. USD abwertet, um eigene Produkte günstig im „gegnerischen“ Markt platzieren zu können. Es versuchen im Prinzip alle Länder, dass ihre Währungen Pfund, Yen, Rupie, Lira, Pesos, Yuan und Euro, schwächer bewertet werden als der „Green Back„.

800px-Internationale-Reservewährungen

Alle werten seit Jahrzehnten ab? Das bedeutet im Umkehrschluss, sie erzeugen mehr Geld als der „Gegner“ und verkaufen es an den Finanzmärkten. Mehr Angebot als Nachfrage, ergo weniger wert. Das erklärt, warum die weltweite Geldmenge so extrem ansteigt. Jedes Land möchte seine Wirtschaft stärken und mehr Erzeugnisse am Weltmarkt verkaufen, sprich wachsen. Aber alle wollen das gleichzeitig.

Das führt, bei weiterer Überlegung, zu den Fragen:
Was ist ein USD wert, was all das andere Geld der Welt?
Wieviel Geld gibt es in der Welt, wenn stetig und immer mehr gedruckt wird?
Was ist das Messgerät für den Wert des Geldes?

Halten wir fest: Da alle Währungen an der Kette des USD hängen, kann man auch behaupten, es ist die einzige Währung der Welt. Das ist der Grund, warum alle Rohstoffe in USD gehandelt werden. Öl, Metalle, Commodities. Die Rohstoffe stellen den real existierenden Gegenwert zum virtuellen USD dar. Was kostet ein Barrel Öl? Was kostet 1 t Kupfer, was eine Unze Gold oder ein Sack Getreide? Die real existierenden Rohstoffe werden in der Weltleitwährung USD gehandelt, alle anderen Währungen sind abgeleitete Hüllen mit anderen Namen. In jedem Euro stecken heute rund 75% USD.

Nehmen wir das Beispiel Rohöl:

800px-Crude_oil_prices_since_1861

Die blaue Linie gibt den nominalen Wert eines Barrels an. Die rote den inflationsbereinigten Wert (Kaufkraft Stand 2011). Seit dem Jahr 2000 fügen sich die beiden Linien zusammen. Öl hat seitdem seinen wahren Wert gefunden (was zu extrem steigenden Benzinpreisen für Autofahrer) geführt hat. Man sieht die wahre Kaufkraft des Dollar, der nominal von 5 USD pro Barrel auf 105 USD abgewertet hat:
Minus 95% Kaufkraft in 46 Jahren!

Nehmen wir das Beispiel Gold:

800px-Historical_price_of_gold_07-2011.svg

Hier sehen wir das selbe Muster. Seit dem Jahr 2000 laufen die Linien zusammen. Gold wertet den Dollar ab, man erkennt auch hier die wahre Kaufkraft des Dollar, der nominal von 35 USD pro Unze Gold auf 1630 USD abgewertet hat:
Minus 97,8% Kaufkraft in 46 Jahren!

Preise passen sich der Geldmenge an
Geld, aufgrund steigender Papiergeldflucht, fließt seit der Jahrtausendwende verstärkt in Rohstoffe, was global die Preise für Verbraucher hochtreibt. Seit rund 15 Jahren werden die Preise an die umlaufende Geldmenge angepasst. Das spüren jeder intuitiv, wenn wir beispielsweise einkaufen gehen oder tanken und ggf. noch in DM umrechnen. Wir bekommen weniger Ware für unsere Währungseinheiten. Die persönlichen Einkommen halten mit den Preissteigerungen nicht mit. Das empfinden wir als, die im Volksmund bezeichnete, Inflation.

Stellen wir also fest
Unser (Fiat-)Geldsystem nähert sich allmählich seinem historischen Ende. Die Zentralbanken der Welt bekämpfen die drohende globale Depression mit einer unglaublichen weltumfassenden Inflation. Eine Fortführung des Systems funktioniert nur, wenn die Konsumenten den Produzenten weiterhin immer noch mehr Waren plus Zinsen abkaufen. Dafür kämpfen heute Gewerkschaften gegen Banken plus den Finanzmarkt, um arbeitenden Menschen mehr Einkommen zu verschaffen. Nur so kann das Spiel weiterlaufen: mehr Geld zum Ausgeben für alle, mehr Waren und Dienstleistungen werden konsumiert, mehr Geld zirkuliert. Sonst droht der Abbruch in Form einer tiefen, globalen Depression: die Menschen sparen weil Einkommen und Inflation nicht im selben Maße steigen, die Preise sinken, die Konsumenten warten noch billigere Preise ab, die Produzenten machen Verluste und entlassen Arbeitnehmer, diese haben wiederum noch weniger Geld und fallen als Konsumenten weg, Unternehmespleiten, Aktien- und Anleihenmärkte brechen ein, noch mehr Armut verbreitet sich. Ein schlimmer Teufelskreis, den u.a. die FED durch ihre aggressive Geldmengenausweitung zu verhindern versucht, das negative Ergebnis dieser Politik ist bekannt.

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Währungsreset?
Bekanntlich ist das Ende jeder Währung mit Zinssystem vorprogrammiert. Es wird auch dem USD nicht anders ergehen, obwohl er sein Ende durch seine Sonderstellung in der Welt noch jahrelang strecken kann. Was kann zum Währungsreset führen? Ein Anzeichen für das Ende des USD könnte ein Rohstoff sein. Er müsste weltweit gehandelt werden, mit hohem Volumen und Millionen Marktteilnehmern, einen Wert für jedermann darstellen und das historisch bestätigen. Tja, da bleibt nur das Gold über! Denn das Gold ist der einzige Rohstoff, der (fast) keine Verwendung in der Industrie findet. Es ist primär ein Wertspeicher, der aufbewahrt und nicht verbraucht wird.

Behalten wir also in Zukunft den Goldpreis im Auge, er misst den echten Wert des USD und damit den Wert aller Währungen in der Welt. Je höher er steigt, desto weniger ist unser Geld wert. Der Goldpreis ist das Fieberthermometer des Vertrauens in unsere Währungen! Vertrauen die Menschen ihrem (inflationierten) Geld nicht mehr, werden Sie echte Werte, wie Immobilien und Rohstoffe suchen. Als Rohstoffe bleiben nur die Edelmetalle Gold und Silber. Sie binden viel Geld auf kleinstem Raum. Hundert Fässer Öl im Wert von 10.000 USD beispielsweise kann nicht jeder bequem lagern, 8 Unzen Gold nehmen so viel Raum ein wie zehn 2-Euro-Münzen.

Die folgende Grafik verdeutlicht das Verhältnis zwischen der Geldmenge (= Schuld) und dem Goldpreis in den kommenden Jahren.

Gold and Debt over the next decade_FIN.xlsx

 

Doku über Währungskriege:
Fliegt der Euro mit lautem Knall auseinander, stirbt er oder erlebt er seine Auferstehung? Der Dollar ist als Leitwährung wieder unumstritten. Doch China rüstet seinen Yuan zum großen Sprung.

(C) GELDRAUB

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