Enteignung der Sparer – Es gibt keinen Ausweg mehr!

„Stell Dir vor: jemand verschenkt Geld und keiner will es“. Ein Witz? Nein – bittere Realität. Die EZB hat den Zins für das „Parken“ von Geld auf -0,1% gesenkt. Das ist historisch betrachtet einmalig! Die Europäische Zentralbank, Herausgeber der zweitgrößten Reservewährung der Welt, reagiert mit komplett neuen Strategien auf die „drohende Deflation“ in der Eurozone. Die Sparer sind alarmiert! Die Enteignung schreitet jetzt immer schneller voran.

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Das Problem der EZB im Jahr 2014: Ganz offensichtlich ist zur Zeit keiner mehr bereit, weitere Kredite anzunehmen. Weder die privaten Haushalte noch die Unternehmen. Beide Kreditnehmerparteien sind nach Jahren billigen Kreditgeldes mehr als satt. Die privaten Haushalte verschulden sich seit Jahren in beängstigenden Tempo. Waschmaschine, Fernseher, Autos, Einrichtung, Immobilien, alles auf Kredit/Ratenzahlung/Leasing. Zu viele Menschen sind bereits der Verlockung erlegen, mit günstigen Krediten ihren Konsum vorzuziehen. Und jetzt soll noch mehr Konsum auf Pump an den Mann/die Frau gebracht werden? Das wird eine echte Herausforderung für die Banken. Sie können ab jetzt mit noch mehr „Easy Credits“-Briefen ihrer Bank rechnen – sie sollen Sie dazu animieren, mehr von dem billigen Geld zu nehmen. Natürlich nur gegen „echte Sicherheiten“ Ihrerseits.

Auch die Unternehmen sind vollgepumpt mit Krediten. Wider den allgemeinen Verlautbarungen steckt ein Großteil der Unternehmen in Deutschland in echten Schwierigkeiten. Gerade der Mittelstand leidet – nach Gesprächen mit Geschäftsführern steht fest: Die Umsätze sinken immer schneller, die Kosten steigen stetig. Es wird seit Anfang 2014 nicht investiert, sondern man verharrt aus, optimiert seine Kosten und beobachtet seine Märkte. Viel pessimistische Stimmung, Wachstum sieht anders aus. Wie steht es mit Kreditaufnahmen für Investitionen im Unternehmenaus? Fehlanzeige! Man hat bereits alle sinnvollen Investitionen in den vergangenen Jahren finanziert.

 

Das neue Geld der EZB steckt fest: Zwischen der EZB und den Geschäftsbanken. Die Geldhändler (die Banken) müssen nun mit allen Mitteln versuchen, die neuen 400 Milliarden Euro der EZB per Kredit in den Markt zu pressen, sonst werden sie für ihr Nichtstun bestraft (negativer Einlagenzins bei EZB). Eine echte Verschärfung der Situation.

Alarmierend ist die Vollbremsung der Geldumlaufgeschwindigkeit in den letzten Jahren (Chart USD, FED).

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Bis 2008 wurde Geld schnell weitergereicht. Das ist ein gutes Signal, dass die Wirtschaft läuft. Das Geld zirkuliert schnell zwischen Waren und Dienstleistungen. Ab 2008, der Finanzkrise, nimmt das Tempo rapide ab. Heute sind wir auf dem tiefsten Stand seit 50 Jahren! Geld wird gehortet und dem Wirtschaftskreislauf entzogen. Gleichzeitig kommt immer mehr Geld in das System, um es zu beleben.

Wo geht das viele neue Geld der EZB hin?
Da die privaten Kreditpartner (die Wirtschaft), wie erläutert, satt sind und größtenteils ausfallen, bleibt den Geldhändlern nur Investments im virtuellen Finanzmarkt und Kreditvergaben an öffentliche Kreditpartner (EU-Staaten). Die Aktien werden weiter steigen, ungeachtet der realen Wirtschaftslagen und der Gefahr der Blasenbildung. Das Geld fließt auch in hohem Maße in Staatsanleihen, die Renditen werden weiter fallen und verharren unterhalb der Inflationsrate.

Und genau das ist die Wurzel der Enteignung der Sparer: Die Geldmengenausweitung nimmt extrem zu (exponentiell), das eigene Vermögen aber nicht im selben Tempo. Und der Abstand wird immer größer, je länger die Situation anhält. Lebensversicherungen, Altersvorsorge, Sparkonten: Alle Sparformen verlieren an Kaufkraft. Alle üblichen Möglichkeiten der Rücklagenbildung der Bürger sind jetzt betroffen. Ausweg gibt es keinen! Das ist bittere Realität, das hat die EZB heute mit ihrer Zinsentscheidung zementiert.

Sparer werden seit Jahren mit der Salamitaktik enteignet. Man bemerkt es eigentlich nicht, da es über einen langen Zeitraum abläuft. Erst kam die Mehrwertsteuererhöhung (2007, 16% > 19%), dann wurden die Zinsen auf Spareinlagen kleiner als die Inflationsrate (seit 2010), 2014 wird die Altersvorsorge beschnitten, weil die Garantien nicht mehr eingehalten werden können. Egal, wo man ansparten möchte – und wir sollen doch alle vorsorgen – man kann in der heutigen Situation nur verlieren.

Was soll man jetzt als Sparer machen?
Hilflosigkeit ist schlecht, Nichtstun noch schlechter. Am effektivsten wäre: Entgegen dem Wunsch der EZB und der Geschäftsbanken jetzt noch mehr Schulden aufzunehmen, sollte man jetzt noch mehr sparen. Gerade den Kaufkraftverlust auf die gewünschte persönliche Rente im Alter muss man heute zusätzlich ausgleichen, sprich jetzt mehr einlegen. Steigen die Zinsen in ein paar Jahren wieder, hebelt ihre Einlage von heute zusätzlich, ihre Rente wird besser ausfallen. Sparen Sie auch am Aktienmarkt. Konservative, breit aufgestellte Fonds bieten relative Sicherheit und können den Kaufkraftverlust ausgleichen. Tipps zum Sparen können sich auch in unserem GELDRAUB PORTFOLIO nachlesen.

Aber gerade das Sparen wird man Ihnen versuchen auszureden – entscheiden Sie einfach mit ihrem Verstand, setzen Sie Ihre Prioritäten, überdenken Sie ihre täglichen Bedürfnisse. Heute gilt: „Weniger Konsum ist mehr Sicherheit“. Sparen Sie lieber ein wenig mehr, statt Ihr hart erarbeitetes Geld für verzichtbare Waren zu verprassen. Dieses zwingend wichtige Verhalten zum Selbstschutz befeuert jedoch auch die deflationäre Situation, denn Sparen entzieht dem System weiter Energie.

Vielleicht wird man in 20 Jahren auf heute zurückblicken und sagen: „Das Geldsystem ist damals zusammengebrochen, weil niemand Geld geschenkt haben wollte.“ Es könnte so kommen – seien Sie bitte vorbereitet.

 

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