Margin Dept auf Rekordhoch! Was folgt – Kaufkraftverlust Ihres Geldes und Börsencrash!

Hätten Sie vor ein paar Jahren gedacht, dass ein Computerspiel mehr Wert sein wird als eine Südzucker, Rheinmetall oder Salzgitter? Oder eine Social Media Website eine weit höhere Marktkapitalisierung besitzen wird als Bayer, Siemens oder Volkswagen? Virtuelle Codezeilen und Serverfarmen sind im heutigen Internetzeitalter mehr wert als Reales, wie Fabriken, Rohstofflager, Mitarbeiter und Immobilien. Dieser Trend lässt sich bereits seit Jahren beobachten: die immer größeren Summen, die bei Übernahmen und bei Börsengängen (zuletzt extrem bei Internetplattformen) im Spiel sind, lassen stetig staunen: 100 Mio., 10 Mill., 100 Mill.! Facebook (IPO 100 Mill. USD) hat rund 6.000 Mitarbeiter, die Lufthansa (MK 5 Mill. EUR) hat rund 115.000 Mitarbeiter. Da kann etwas in den Bewertungen nicht stimmen! Der Transport von Menschen in alle Teile der Welt muss mehr wert sein als ein Treffpunkt für Freunde im Internet. Ich denke, Sie als Leser stimmen zu.

Der Grund für diese Entgleisung ist eigentlich recht einfach erläutert: Das immer mehr inflationierte Geld der Zentralbanken findet seinen Weg in die Aktienmärkte und in die Unternehmen. Durch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken können IPOs, wie bei Alibaba, zu gigantischen Summen platziert werden. Dank der Banken ist genug billiges Geld (=Kredit) vorhanden! An Marktteilnehmern fehlt es auch nicht, jeder will in die Finanzmärkte rein, meist auf Pump, um noch ein wenig Chance auf Rendite zu erhalten. Es entstehen Blasen wie Dotcom um das Jahr 2000. Die heutigen All-Time-Highs des DAX und DOW sind rein Kreditgeld getrieben, nicht fundamental – berücksichtigen Sie sich das bitte!

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Was ist Margin Dept?
Bei Aktienkäufen auf Kredit (margin debt) leiht sich ein Händler Geld, um damit Aktien zu erwerben. Dabei wird eine bestimmte Grenze (margin) festgelegt, unter die der Wert der Aktien nicht fallen darf. Solange die Kurse steigen, kann der Händler den Kreditgeber auszahlen und sich die verbliebene Summe als Profit sichern. Sollten die Kurse jedoch unter die festgelegte Grenze fallen, fordert der Kreditgeber den Händler auf, Kapital nachzuschießen (margin call). Der Händler muss dann entweder zusätzliches Kapital auftreiben oder seine Aktien verkaufen, um die Kredite zu begleichen. Massive Panikverkäufe an den Börsen sind die Folge. Gewinner eines margin calls sind, wie immer, die Banken. Zwar bleiben sie auf massenhaft faulen Krediten sitzen, doch dafür erhalten sie auch große Mengen an Aktien. Auch wenn diese im Falle einer Panik zunächst stark an Wert verlieren, sichern sich die Banken damit langfristig mehr Kontrolle in großen Unternehmen. Diese Unternehmen handeln ähnlich wie die Banken: sie kaufen ihre Aktien per Kredit mit gewaltigen Rückkaufprogrammen zurück. Die Kurse und die Dividenden steigen, das vermittelt ein gesundes Unternehmen, befriedigt die Shareholder und sorgt für gute Nachrichten. Der Aktienkauf auf Kredit ist jedoch sehr gefährlich! Das Pyramiden-Spiel ging in der Vergangenheit noch nie lange gut – zuletzt erreichte die Margin Dept 2007 Höchststände, danach folgte die größte Krise seit 1929; 2014 ist der Höchststand weit über dem Stand von 2007 (siehe Chart)!

Das Fazit: Der Kaufkraftverlust Ihres Geldes rückt immer näher. Über die Zentralbanken zu den Geschäftsbanken, in die Finanzmärkte und die Unternehmen. Das unendlich viele neugeschaffene, ungedeckte Geld verwässert die Kaufkraft immer schneller. Die Möglichkeit, Waren und Dienstleistungen in einem nachvollziehbaren und vergleichbaren Maß zu bewerten und mit einem Preis zu versehen, werden immer schwieriger. Es scheint, als sei dieser wichtige Maßstab völlig verloren gegangen. Was folgt ist unangenehm: Diese Verwässerung springt bald vom virtuellen Finanz- in den realwirtschaftlichen Geldkreislauf über – diesen massiven Wertverlust der Währungen wird dann jedermann jeden Tag erleben. Die Unternehmen geben ihre Kreditkosten über Ihre Produkte an ihre Kunden weiter. Die Folge: Steigende Preise oder kleinere Mengen für den selben Betrag. Das ist bereits seit längerem beim Kauf von Lebensmitteln zu beobachten! Steigenden die Märkte nicht mehr weiter führen die Margin Calls zu einem Börsencrash, der massiver ausfallen wird als in den Jahren 2007-2009. In diesem Fall ist eher mit fallenden Preisen (Deflationsschock) zu rechnen, Ihr Geld wäre mehr wert.

Es sei denn, Sie sind Opfer des Börsencrashs und verlieren einen großen Teil ihres Investments. Seien Sie wachsam! Kreditgetriebene Aktienmärkte lösten übrigens den Crash von 1929 aus! Wollen wir hoffen, dass wir die damaligen Folgejahre nicht erleben müssen.

(C) GELDRAUB

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