Ein Tag-X in Ihrem Leben – So schnell sind Sie zahlungsunfähig! Bereiten Sie sich jetzt vor!

Tag-X, dieser Begriff steht für viele Menschen als Synonym für Crashpropheten, Verschwörungstheoretiker und Systemkritiker. Ja, dieser Ausdruck polarisiert. Und trotzdem kann ein solcher Tag, auch „Black Swan Event“ genannt, jederzeit kommen. Dieser Beitrag soll Ihnen zeigen, wie dieses Ereignis für Sie aussehen kann. Und das unabhängig davon, wer es warum mit welchem Zweck ausgelöst hat. Das Problem für Sie ist die Wirkung, nicht die Ursache.

Wie schnell man als unvorbereiteter Bürger „zahlungsunfähig“ ist und Vermögen verliert, zeigt das folgende erfundene Szenario eines Tag-X. Es soll Ihnen zeigen, wie schnell man in unserem modernen Geldsystem unter Druck geraten kann, gerade wenn der Tag-X für Sie unvorhergesehen kommt.

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Fiktiver Ablauf eines Tag-X

[6:30]
Ihr Radiowecker springt an, ein neuer Arbeitstag beginnt. Sie stehen auf, gehen ins Bad und putzen sich die Zähne. Im Radio hören Sie, während die Kaffemaschine läuft, dass in Japan der Nikkei innerhalb eines Tages 1.500 Punkte abgerutscht sei.

[7:45]
Sie fahren mit dem Bus zur Arbeit und surfen mit Ihrem Smartphone auf Ihren Nachrichtenseiten. Dort lesen Sie, dass es in Japan ein Problem mit dem Handelssystem gibt und der Handel bis zur Behebung des technischen Problems vorübergehend eingestellt ist. Sie lesen auch, dass das Wetter heute gut werden soll.

[8:30]
In der Arbeit angekommen, öffnen Sie Ihren Mailaccount. Neben dem üblichen Spam und Arbeitsmails, sticht Ihnen eine Nachricht Ihres Freundes Tom ins Auge. „Hi, glaub heut geht was ab in Frankfurt nach dem Japan Ding. Tradest Du heute?“. Keine Zeit, Ihre Arbeit ruft.

[10:30]
90 Minuten nach Handelsstart in Frankfurt. Sie sitzen vertieft in einem Meeting mit Arbeitskollegen. Das Smartphone vibriert – SMS von Tom „Alter, was ist denn heute los? Ich geh short jetzt, is ja krass was beim Dax abgeht“. Sie denken nur kurz an Ihr Depot, Ihr Meeting benötigt wieder Ihre Aufmerksamkeit.

[12:30]
Meeting vorbei, Mittagspause, die Sonne scheint. Die SMS von Tom fällt Ihnen wieder ein. Sie rufen wieder Nachrichtenseiten auf. BREAKING NEWS +++ Dax mit Rekordverlust +++ Dow vorbörslich auf Talfahrt +++ Panikverkäufe auf dem Parkett +++. Jetzt werden Sie nervös. Sie möchten mehr wissen, während Sie Ihr Mittagessen essen. Was genau los ist, ist jedoch nirgends zu lesen.

[13:15]
Zurück am Arbeitsplatz checken Sie erstmal Ihr Depot bei Ihrem Broker. Nach dem Login erhöht sich Ihr Blutdruck. Die Gewinne diesen Jahres sind weg! Tiefrot strahlt es vom Monitor. Sie ärgern sich, sind jedoch der Meinung, dass man Turbolenzen an den Märkten aushalten können müsse. Ihr Chef betritt das Arbeitszimmer und möchte umgehend eine Antwort auf Fragen aus dem Meeting haben. Sie arbeiten weiter.

[15:05]
Ihr Arbeitskollege erzählt gerade, dass sein Nachbar eine rießige Photovoltaik-Anlage auf seinem Haus installiert und ihn der Baulärm nervt, da vibriert Ihr Smartphone. Tom wieder „Was machst Du? Soll ich kaufen? Meinung? Dax -13%… Chance? Oder Amis auch gleich runter? Melde dich mal!!!!!“.

[15:40]
Auf Ihrem Monitor haben Sie in der Zwischenzeit die Kurstafeln aufgerufen. Mit jedem Tick wird das Minus größer. Sie überlegen, ob Sie verkaufen sollten. Sie können ja später wieder günstiger einsammeln. Andererseits ist alles schon verdammt abgestürzt, Sie möchten auch nicht am Tiefpunkt verkaufen. Sie verschieben Ihre Entscheidung, das Telefon klingelt.

[16:05]
Sie schreiben Tom „Sorry, muss arbeiten… keine Ahnung was los ist, ich warte erstmal ab. Sag wenn Du weißt was da los ist. Hören uns heute Abend, ok?“. Sie widmen sich wieder Ihrer Arbeit, müssen aber ständig an die Sache denken. Sie sind unruhig.

[17:30]
Dax- und Arbeitsschluss. Sie rufen auf dem Weg zum Bus Tom an. „Hi Tom…Und? Mein Depot ist abgeschmiert, richtig nervig, und bei Dir?“ Tom: „Erst habe ich mich nicht getraut, aber dann bin ich short auf DAX und Dow gegangen, Hebel 15. Die lass ich noch laufen die Woche. In Japan ist wohl irgendeine Anleihe geplatzt, ist ja auch Wurst, Hauptsache Gewinne zocken!“. Sie ärgern sich jetzt richtig!

[19:00]
Sie haben geduscht und sitzen wie gewohnt auf der Couch vor dem Fernseher und sehen Nachrichten. Ihr Partner fragt Sie, was die mit „globaler Talfahrt der Finanzwerte“ meinen, und ob es für Sie beide schlecht sei. Sie werden nervös.

[19:02]
Der Spielfilm fällt aus! Sie sitzen im Arbeitszimmer vor dem Laptop und versuchen sich ein Bild der Lage zu machen. +++ Dax mit größtem Tagesverlust seit 12 Jahren +++ Dow Jones -5,6% +++ Kettenreaktion kann nicht gestoppt werden +++ Gold -7,4% +++. Sie erkennen, dass wohl was Ärgeres läuft. Sie checken erneut Ihr Depot. Jetzt werden Sie hektisch.

[19:15]
Tom ruft an. „Hast Du schon gehört… scheinbar, weiß es ja auch nicht ob es stimmt, jedenfalls ist jetzt der Handel auch bei den Amis gestoppt. Die Algo-Trader laufen wohl verrückt, die ziehen fürs erste den Stecker. Ich verkaufe morgen früh meine Shorts. Bin jetzt mit 460% im Plus, haha.“ Sie fahren weiter die Strategie der ruhigen Hand. Wenn das ein Flashcrash durch Algo-Trader ist, werden die Kurse morgen wieder steigen bis auf das Niveau vor dem Crash. Ihr Partner kommt ins Zimmer und freut sich über strahlenden Sonnenschein die ganze Woche. Die düsteren Wolken in Ihrem Kopf sind verflogen. Sie sind wieder entspannt.

[23:20]
Sie liegen im Bett und schlafen ein.

Tag 2

[05:11]
Sie sind wach und müde zugleich. Eine unruhige Nacht für Sie. Tom kassiert ab und Sie verlieren in einem Tag einen großen Teil Ihres Depotwertes. Sie sind schon sehr früh genervt.

[6:30]
Sie wälzen sich im Bett. Sie überlegen, ob das Nichtstun nicht ein Fehler ist. Was, wenn die Märkte morgen weiter einbrechen? Es dämmert Ihnen, dass ein Aussetzen des Börsenhandels in Frankfurt droht, was den Verkauf unmöglich macht. Sie erinnern sich, dass Sie von den Gewinnen Ihrer Aktien Ihren Urlaub bezahlen und das Auto reparieren wollen. Ihr Radiowecker springt an.

[6:36]
Die Nachrichten bringen kein Licht ins Dunkel. Alles wartet gespannt auf den Handelsstart in Frankfurt. In Japan ist der Handel wieder aufgenommen, der Nikkei rutschte weiter ab. Heute soll ein weiterer sonniger Tag werden. Sie sind jetzt wach!

[7:14]
Frühstück fällt aus, Sie entscheiden sich für den Verkauf von 50% Ihrer Aktien. Sie geben die Orders ein und warten auf den Handelsstart. Sie sind entspannter, setzten die Sonnenbrille auf und fahren in die Arbeit.

[8:05]
Im Büro ist es heiß und stickig. So früh am Morgen schon 24 Grad. Ihr Kaffee schmeckt Ihnen dennoch. Ihr Browser zeigt den Kursticker an. Vorbörslich geht es rauf. Sie überlegen, die Verkauforders zu streichen. Das Telefon klingelt, ein Kunde hat Fragen. Sie verstecken das Browserfenster, der Chef ist da und kommt an Ihren Schreibtisch.

[8:55]
SMS von Tom: „Hab shorts verkauft! Gehe jetzt long, brauchst Du meine WKN?“. Sie streichen Ihre Verkauforders umgehend und widmen sich der Arbeit.

[12:00]
Der Strom fällt aus! Ihr PC ist aus, der Chef dirigiert die Mitarbeiter, einige Ihrer Kollegen streiten sich um den letzten warmen Kaffee. Sie können nicht mehr arbeiten und denken an Ihr Depot. Sie sind jetzt verunsichert.

[12:20]
Offenbar ist der Strom großflächig ausgefallen, es soll sich um einen Black-Out durch Überlastung handeln. Der viele Sonnenschein sei Schuld. Sie haben Ihr Smartphone rausgeholt und die letzten News gelesen.

[12:30]
Sie checken Ihr Depot, die App Ihres Broker hilft. Intraday im Plus, aber insgesamt herbe Verluste. Sie sind froh, dass Sie nicht verkauft haben und kehren zurück zur Strategie der ruhigen Hand. Sie sind jetzt erleichtert.

[14:50]
Die Verbindung des Smartphones ist unterbrochen. Sie können nicht mehr in das Internet, telefonieren funktioniert noch. Sie rufen Tom an „Tom? Ich hab Stromausfall hier, wie steht es an der Börse?“ Tom: „Ich versuche zu verkaufen, aber die Orders gehen nicht durch. Geht voll runter alles, verdammter Mist. Vielleicht liegt es am Internet, Strom hab ich auch keinen seit einer Stunde und mein Akku ist bald alle.“ Sie stellen fest, dass Ihr Akku noch 22% anzeigt.

[17:30]
Ihr Chef schickt alle Heim. Strom gibt es immer noch nicht. Sie haben die letzten 90 Minuten überlegt, ob Sie doch verkaufen sollen, wenn wieder alles runtergeht. Dass Sie keine News haben, nervt! Sie sind gestresst.

[22:30]
Sie sind im Bett, Fernsehen ist ausgefallen. Auch Zuhause haben Sie keinen Strom. Sie versuchen sich mit einer halben Flasche Rotwein mit Ihrem Partner bei Kerzenlicht zu entspannen.

Tag 3

[6:30]
Der Radiowecker springt nicht an. Sie schlafen bis 7:30.

[8:45]
Sie haben mehrmals versucht an neue Infos zu kommen. Das Internet ist tot, Sie schreiben eine SMS an Tom. Telefonieren kostet zu viel Strom. Ihr Akku steht bei 7%. „Bekomme langsam bisschen Panik, wollte eigentlich verkaufen und den Urlaub fertig zahlen. Und mein Auto braucht 8 neue Reifen. Kannst Du traden? Wie gehts ohne Inet und Fax, beides tot bei mir?“ Sie suchen die Hotlinenummer Ihres Brokers in Ihren Unterlagen im Schrank und rufen an. Sie entschließen sich, heute nicht in die Arbeit zu gehen.

[9:15]
Endlich – nach zig versuchen haben Sie einen Mitarbeiter am Apparat. „Orders können Sie bei mir aufgeben, wir haben allerdings im Moment aufgrund von technischen Problemen keine Möglichkeit diese zu platzieren.“ Sie entschließen sich, Geld vom Tagesgeldkonto auf Ihr Girokonto zu transferieren. Sie möchten Geld abheben zum Einkaufen heute Nachmittag. Dummerweise haben Sie keine Aktien verkauft und deshalb nur 150 Euro auf dem Tagesgeldkonto.

[10:50]
Das Telefon ist tot.

[11:20]
Sie stehen vor einem EC-Automaten und möchten Geld abheben. Der Automat ist tot. Ein Blick in Ihren Geldbeutel verrät Ihnen, dass Sie noch 28,46 EUR Bargeld haben.

[15:40]
Sie sind pleite und haben nicht alle Einkäufe erledigen können, an der Tankstelle können Sie nicht mit Karte bezahlen, der Terminal ist tot. Ihr Smartphone ist ausgefallen, der Akku ist jetzt leer. Internet, Telefon, Fax und Bankautomaten sind tot. Und Strom gibt es immer noch nicht.

[15:41]
Sie kratzen sich am Kopf und überlegen krampfhaft, wie Sie an Geld kommen… doch es fällt Ihnen kein Weg ein! Sie sind jetzt genervt, gereizt und gestresst zugleich. Und Tom erreichen Sie auch nicht mehr…

Tag 4 und 5
keine Veränderung. Sie haben kein Geld, der Magen knurrt und Sie sitzen im Dunkeln. Sie bleiben zuhause.

Tag 6-10
Strom und Internet gibt es wieder, aber die Banken haben noch geschlossen. Sie können 50 EUR pro Tag am Geldautomat abheben. Mehr ist vorläufig nicht möglich. Am 8. Tag haben Sie kein Geld mehr auf Ihrem Girokonto. Die Börsen erholen sich nicht mehr, auch der Handel ist noch ausgesetzt. Ihr Depot steht jetzt seit Tagen 47% im Minus. Sie sind entnervt.

Tag 11-15
Sie können endlich überweisen und traden. Sie verkaufen Ihre Aktien mit herben Verlusten, um Liquidität zu erzeugen. Ihr Urlaub ist nun richtig teuer geworden und die neuen Autoreifen werden für das Erste aufgeschoben. Toms Zockerpapiere wurden ausgeknockt. Totalverlust für ihn. Sie schwören sich, in Zukunft nicht mehr so leichtfertig mit Ihrem Vermögen umzugehen. Sie sind jetzt vorbereitet!

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Der Irrtum – man ist immer und überall liquide
Viele Leuten denken, dass Sie jederzeit und überall liquide sind. Am Geldautomaten kann man 24/7 Währungen abheben, um mit Bargeld zu bezahlen. EC- und Kreditkarten machen das bargeldlose Bezahlen überall möglich. Ihre Depots, Ihre Aktien, Derivate und Anleihen können jederzeit an der Börse in Währungen getauscht werden. Buchwerte sind schnell liquidierbar, meist innerhalb von Sekunden beim Online-Traden, das Überweisen auf Girokonten und anschließend Bargeldabhebung dauert maximal drei Tage. Das stimmt, solange das System einwandfrei arbeitet. Dann sind das fantastische Werkzeuge für unser Konsumverhalten. Das Geld ist permanent und an jedem Ort verfügbar.

Unvorhersehbare Störfaktoren schränken ein
Was aber, wenn Störungen auftreten? Wenn abgestimmte Kreisläufe im Getriebe des Geldsystems stocken? Das muss noch nicht einmal innerhalb des Systems passieren (z.B. Algo-Trading-Flash-Crash an der Börse). Stellen Sie sich vor, das Internet funktioniert ein paar Tage nur eingeschränkt oder gar nicht, weil die Stromversorgung großflächig gestört ist oder ausfällt (Sturm, Blackout durch Überlastung). Die Finanzmärkte werden panisch reagieren, getrieben durch die Verunsicherung der Marktteilnehmer.

Wie geben Sie die Orders zum Verkauf oder Kauf von Finanzprodukten auf? Per Telefon oder Fax an den Broker senden? Das könnte noch funktionieren – verlassen Sie sich aber nicht darauf! Bei der Flut von Zusendungen werden Orders jedoch Tage brauchen, um von Hand ausgeführt zu werden. Zu welchen Kursen ist völlig unkalkulierbar. Auch die Banken können die Transaktionen von Bargeld nicht mehr ordentlich ausführen und abgleichen, zu sehr ist das Bankensystem auf das Internet angewiesen. In außerordentlichen Tagen werden viele Menschen zu spüren bekommen, dass sie nicht an ihr Geld rankommen. Ganz zu schweigen von möglichen Bankschließungen und das Einfrieren von Geldautomaten.

Stellen Sie sich dieses Szenario für einen Zeitraum von 10 bis 15 Tagen vor. Der Stress wird Sie nicht schlafen lassen, wenn es sie völlig unvorbereitet trifft! Nach 2-3 Tagen ist man in der Regel als unvorbereiteter Bürger in diesem Szenario „zahlungsunfähig„. Testen Sie sich – wie viel Bargeld befindet sich jetzt in Ihrem Haushalt? Was benötigen Sie pro Tag für das ganz Alltägliche wie Einkaufen und Tanken, also kurzfristige Bedürfnisse. Ohne Bargeld müssen Sie schon viele nette Leute kennen, bei denen Sie „anschreiben“ können.

GELDRAUB empfiehlt Ihnen, ausreichend Bargeld für Lebenshaltungskosten Zuhause aufzubewahren. Die Faustformel: ein halbes bis ganzes Monatsgehalt in kleinen Scheinen an einem sicheren Ort mit direktem Zugriff.

(C) GELDRAUB

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