Kapitalflucht in den Dollar – ein exzessiverer Währungskrieg steht bevor – die FED schlägt zurück

Die nächste Stufe des Währungskriegs ist mit dem EZB Entscheid vom 22.1.2015 gezündet. Der Wettlauf um die weichste Währung ist im vollen Gang. Die Finanzmarktakteure rätseln, was sie von der Einführung von Quantitative Easing in der Eurozone halten sollen. Während die Investoren im europäischen Aktienmarkt jubeln, verkümmern die Staatsanleihen der Euroländer zu toxischen Papieren. Der Euro wertet seit Jahresbeginn 2015 massiv ab, der Dollar entsprechend auf. Wenn die expansive Finanzpolitik (1,2 Billionen zusätzliche EUR bis September 2016) der EZB in diesem Maße umgesetzt und weitergeführt wird, wird die Welt einen exzessiven Währungskrieg erleben und die Folgen zu spüren bekommen. Denn die FED schlägt zurück – ganz sicher!

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Den Währungskrieg gewinnt der Stärkere

Warum gibt es den globalen Währungskrieg? Jeder Währungsraum stellt einen Wirtschaftsraum dar, der Waren und Dienstleistungen produziert und konsumiert. Was selbst nicht innerhalb des eigenen Wirtschaftsraums hergestellt wird, wird von den anderen gekauft. Die Währungen dienen als Instrument, um innerhalb und außerhalb der eigenen Zone Wirtschaftspolitik zu betrieben. Möchte man mehr eigene Waren verkaufen, so wertet man seine eigene Währung ab, in der Hoffnung, dass Käufer anderer Währungszonen auf die eigenen günstigeren Waren und Dienstleistungen zurückgreifen und damit die heimische Wirtschaft ankurbelt. Das führt zu Wohlstand, Investitionen und Wirtschaftswachstum. Das ist nicht neu, seit vielen Jahrzehnten bedienen sich die Zentralbanken dieser Politik. Schließlich ist es ihre Aufgabe, die Stabilität eines Wirtschaftsraum zu gewährleisten.

Problematisch wird es, wenn das Wachstum der verschiedenen Wirtschaftsräume gemeinsam stockt und zurück geht. Das sehen wir verstärkt seit 2012: Die Eurozone (Deflationsgefahr), Asien (Wachstum rückläufig), USA (kaum Wachstum) in den letzen 12 Monaten. Nun versuchen alle Zentralbanken gleichzeitig, ihre Wirtschaft zu stützen. Die mächtigeren Zentralbanken gewinnen das Spiel stets gegen die schwächeren, da sie einfach mehr Volumen (=neu geschaffene Währungseinheiten) bereit stellen können. Das Beweist die Entscheidung der SNB vom 15.Januar 2015, sie stellte die Stützkäufe ein und wertete den Schweizer Franken in Minuten um 20% auf, den Euro entsprechend ab. Die SNB wusste, dass QE in der Eurozone kommt und hat in letzter Minute die Reißleine gezogen. Die schweizer Wirtschaft, getragen von 8 Millionen Schweizern, kann es nicht mit 135 Millionen Europäern in der Eurozone aufnehmen. Diesen Kampf kann man nicht durch das Aufkaufen von immer neu geschaffenen Euro gewinnen!

Die EZB hat eine Schlacht gewonnen, aber nicht den Krieg
Wir stellen fest – der Euro wertet seit Sommer 2014 massiv ab, QE der EZB wird ihn vermutlich nahe zur Parität mit dem USD drücken. Abgesehen davon, dass die Ersparnisse der Menschen in der Eurozone entwertet werden, bleibt das vermeintliche positive Signal der Unternehmen in der Eurozone. Sie erhoffen sich, dass sie nun mehr exportieren können, beispielsweise in die USA, nach Großbritannien und in die Schweiz. Das ist der Grund, warum wir momentan einen steigenden DAX sehen (10.700 Punkte). Man könnte fast geneigt sein zu sagen: Ist doch alles gut! Die EZB hilft der stagnierenden Wirtschaft wieder Fahrt aufzunehmen, gerade in den Südländern.

Des einen Freud, des anderen Leid
Augenscheinlich wird Europa von der Geldbazooka der EZB wirtschaftlich profitieren. Doch was erleben gerade die Länder, die in aufgewerteten Währungen handeln? Ein Blick auf die Umsatz- und Gewinnprognosen der Unternehmen in den USA zeigt deutlich, dass die Abwertung des Euro spuren hinterlässt. Durchschnittlich um 4% mussten die Prognosen aufgrund von Währungsverlusten gesenkt werden, Tendenz steigend. Das wiederum gefährdet den zarten Aufschwung der US-Wirtschaft und ruft damit automatisch die Währungshüter des Dollar auf den Plan – die FED. Frau Yellen beobachtet die Entwicklung des Wechselkurses sehr genau. Sie überlegt gerade, wie sie einen zu starken USD verhindert. Die Gefahr: Die Exporte der USA verteuern sich zu stark, das hemmt das ohnehin geringe Wachstum (welches nur durch gigantischen Geldeinsatz seit 2008 erreicht wurde).

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Yellen vs. Draghi – Show down!
Den schwarzen Peter hat Herr Draghi nun zu Fr. Yellen weiter gereicht. Herr Draghi hat den Zeitpunkt der Einführung von QE geschickt gewählt – die USA kündigen seit Monaten vorsichtig an, dass die Leitzinsen steigen könnten. Jetzt hat Hr. Draghi die massive Verwässerung des Euro gestartet. Wie würden Sie als FED Vorsitzende darauf reagieren? Auch wenn man noch so viel überlegt, es bleibt aus geldpolitischer Sicht nur die erneute Abwertung des USD gegenüber dem EUR. Das wäre dann ein QE 4, welches das Volumen von QE 1,2 und 3 übersteigen müsste, damit der EUR wieder über 1,35 USD steigt. Sie merken, es läuft auf die einfache Formel hinaus: Wer druckt mehr und schneller Geld als der andere?

Sie können sicher davon ausgehen, dass die FED in 2015 die Leitzinsen nicht erhöhen wird, wenn dann nur symbolisch um glaubwürdig zu bleiben. Denn Vertrauen ist bald nur noch das Einzigste, was unseren heutigen Währungen bleibt. Werthaltig waren sie bekanntlich noch nie. Das Vertrauen in das Geld schwindet mit jeder Billion und Trillion, die innerhalb kurzer Zeit neu in das satte System gepumpt wird. Ob nun von FED, EZB, BOE oder BOJ – sie alle rennen mit. Dieses neue Geld ist faules Geld, denn es wird nicht von den Märkten gefordert. Es finden sich also nur faule, nicht auf üblichen Marktregeln basierende, Investments dafür.

Die Entwertung kommt immer schneller – es gibt nur einen Ausweg
Gewöhnen Sie sich an die vielen neuen Nullen und Zahlen. Erinnern Sie sich noch, wie es 2008 war? Da wurden Konjunkturpakete mit 100 Millionen Euro ausgerufen, ein Jahr später schon 1 Milliarde, kurz daraub 100 Milliarden, 500 Milliarden, jetzt erreichen wir die Billion. Es wird immer mehr und das immer schneller. In 10 Jahren starten die Zentralbanken QE in Höhe von vielleicht 5 Trillionen Währungseinheiten (5.000.000.000.000.000). Merken Sie etwas? Schleichend, fast unbemerkt treiben die Zentralbanken eine Inflationierung der Geldmenge exponentiell voran!

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Noch findet das Geld seinen Weg nicht in die Verbraucherpreise, sondern in den von der Realwirtschaft entkoppelten Geldkreislauf der Finanzmärkte. Noch nicht …, denn aus dem Dilemma des exponentiellen Gelddruckens zur immer schwächeren Wachstumssteigerung gibt es letztlich immer nur einen Ausweg: Neutralisierung von Schuld und Vermögen durch 1. Hyperinflation, 2. Schuldenschnitt oder 3. Krieg. Sie können nur verlieren, egal welche Variante eintrifft. Ihr Sparvermögen ist weg, direkt oder indirekt. Am wahrscheinlichsten endet das heutige Geldsystem in Hyperinflation oder einem Schuldenschnitt oder einer Kombination aus beiden. Ein realer Krieg als Mittel zum Neustart wäre, da stimmen Sie sicherlich zu, die schlechteste Wahl für alle Menschen. Es genügt schon der virtuelle Welt-Währungskrieg, der zur Zeit tobt!

Wie können Sie sich vor dem Währungskrieg schützen?
In der aktuellen Situation wäre es zu überlegen, die Abwertung des Euro für sich zu nutzen. Das gilt so lange, bis die FED Gegenmaßnahmen einleitet. Breit gestreute Aktien, die in USD gelistet sind und hohe, stabile Dividenden aufweisen wären eine Möglichkeit. Eine weitere wäre der Kauf von physischen Edelmetallen wie Gold- und Silbermünzen. Beide Metallpreise werden in USD festgelegt. Tipp: Wer flexibel bleiben möchte, kann physisches Gold und Silber online handeln.

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(C) GELDRAUB

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