Geld regiert die Welt! Wer regiert das Geld?

Geld regiert die Welt – diesen Spruch kennt jeder. Vielen ist ebenso bekannt, weshalb das Geld die Welt regiert. Jedoch nur wenige kennen die Instrumente des Finanzsystems – damit regiert man das Geld! Diese Instrumente werden gezielt eingesetzt, um die eigene Macht zu erhalten – politisch, geostrategisch und ideologisch. Diese Instrumente sind ein virtueller Ersatz für das Militär. Mit ihrer Hilfe werden genau jetzt, lieber Leser, Kriege geführt. Sie sind beinahe unsichtbar und nahezu lautlos. Und trotzdem gehen zur Zeit ganze Länder durch ihren Einsatz in die Knie. Mit schrecklichen Folgen für die Bevölkerungen und deren Zukunft als funktionierende Gesellschaft.

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Wer regiert das Geld?
Einfach Antwort: der wirtschaftlich Stärkste – und das sind die USA. Keine andere Nation kann so eine hohe Produktivität und kurze Innovationszyklen in einer so weiten Bandbreite aufweisen wie sie die amerikanische Wirtschaft hervor bringt. Sie ist zudem ein attraktiver Arbeitgeber für die besten Köpfe der Welt. Im weltumfassenden Zukunftsmarkt Internet sind die Amerikaner bereits heute mit einer soliden Infrastruktur vertreten.

Der größte Finanzmarkt und die mächtigste Zentralbank der Welt befinden sich in New York City. Hier wird die Weltleitwährung über den Globus verteilt. Der US-Dollar, ausgegeben durch die FED, ist in 3/4 aller globalen Zahlungen direkt oder indirekt involviert. Alle Rohstoffe (Nahrungsmittel, Edelmetalle, Industriemetalle u.s.w.) werden in $ gehandelt, auch der für die Wirtschaft essentielle Energieträger Öl durch den sogenannten „Petrodollar“. Aus wirtschaftlicher und geldpolitischer Sicht sind die USA definitiv Weltmacht.

Politisch sind die USA ebenso eine Weltmacht, zumindest sieht sich so die USA selbst. Amerika ist Hüter über die Welt, der Beschützer der Schwachen und Befreier von Tyrannei. Zu diesem Zweck hat Amerika eine gewaltige Militärmaschinerie aufgebaut, die mit Abstand größte und modernste der Welt. Kein Land der Welt kann den USA die Stirn bieten, man arrangiert sich mit ihrer Weltordnung oder muss weichen. Doch die Vormachtstellung der USA werden seit der Jahrtausendwende verstärkt in Frage gestellt. Um nicht Marionette der USA (in Verlängerung Wall Street) zu bleiben, versuchen Länder sich vom US-Dollar unabhängig zu machen. Warum? Wenn Venezuela an EU-Länder Öl verkaufen möchte, muss zwischen dem Bolívar und dem Euro der Dollar zwischen geschaltet werden. Beide Länder müssen bei der FED Dollar kaufen, um die Zahlung durchführen zu können – das ist eine direkte Abhängigkeit von den USA und ihrer Geldpolitik und für den Handel zwischen Venezuela und EU-Ländern letztlich überhaupt nicht notwendig.

Wallstreet und US-Politiker nutzten die Instrumente
Der Dollar ist das Fundament für Wallstreet. Er ist die entscheidende Triebfeder im globalen Geldfluss – er ist Macht. Macht lässt man sich nicht einfach so nehmen, man verteidigt sie und setzt sie verstärkt gegen Abtrünnige ein. Länder, die sich von den USA abwenden möchten erleben gerade die geballte Kraft des Dollars, die sich gegen deren Volkswirtschaften richtet.

Die Macht eines starken US-Dollars
Weltweit befinden wir uns in einer Abwärtsspirale der Währungen. Alle großen Volkswirtschaften möchten eine weiche Währung als ihre Nachbarn. Erreicht wird das durch eine exzessive Geldmengenausweitung, zum Beispiel durch die Einführung von QE im Januar 2015 in der Eurozone. Das Ziel: Wirtschaftswachstum erzeugen mit Geld. Die USA haben ihr QE nach 6 Jahren Laufzeit eingestellt, die US-Wirtschaft scheint gefestigt. Der Dollar wird, wir erleben es täglich, als Ergebnis immer fester, der Euro immer schwächer. Für Wallstreet ist das nur ein Zwischenziel.

Mit einem starken Dollar kann Wallstreet seine Macht langfristig ausweiten. Sie kauft günstig Aktien von Blue Chips aus Europa und Asien, Übernahmen und Geschäftsbeteiligungen im Ausland werden günstiger. Der Dollar öffnet die Türen zu den echten Werten von Volkswirtschaften. Unternehmen und Infrastruktur. Der Dollar ist Mittel zum Zweck der direkten Machtausübung. Investoren, die Dollar besitzen erhalten große Teile von Volkswirtschaften so günstig wie nie – ein Geschenk der FED – und sie nutzen ihre Chance!

Die Macht von steigenden Leitzinsen
Brummt die Wirtschaft, werden die Leitzinsen erhöht. Die FED schätzt, dass die amerikanische Wirtschaft stark genug für eine moderate Leitzinserhöhung sei. Ob sie in absehbarer Zeit die Leitzinsen spürbar anhebt, ist keinesfalls sicher. Die bloße Ankündigung ist jedoch im Währungskrieg eine echte Kampfansage. Weshalb? Würde die FED die Leitzinsen anheben, würden andere Währungen noch schneller abwerten. Das käme in der heutigen Situation einer sofortigen globalen Geldflucht in den US-Dollar, US-Staatsanleihen und in Aktien des Dow Jones gleich. Jeder möchte bei einer Leitzinserhöhung Dollar besitzen!

Die Hand die gibt steht über der Hand die nimmt
Geld bedeutet Machtkontrolle. Wer Geld verteilt entscheidet über Wohlstand oder Armut anderer. Wer Geld benötigt, muss sich den Vorgaben des Geldgebers beugen. Jüngstes Beispiel: Die griechische Regierung mit Finanzminister Varoufakis schafft es nicht, sich aus den Fängen der „Institution (ex Troika)“ zu befreien. Griechenland muss sich den Vorgaben der Geldgeber beugen oder bekommt keine finanziellen Hilfen mehr! Der Versuch, wichtige Kredite für Griechenland neu zu verhandeln, ist gescheitert.

USA bleiben an der Macht – Dollar als ultimative Waffe
Strategisch sind die USA Anfang 2015 in einer komfortablen Situation. Sie haben alle Instrumente des Finanzsystems clever genutzt. Sie haben in den letzten Monaten einen starken Dollar mit hoher Kaufkraft erzeugt, der mit niedrigsten Zinsen von der FED verliehen wird. Durch die erstarkte US-Wirtschaft hat die FED die Möglichkeit die Leitzinsen in Zukunft anzuheben, dadurch ist sie den anderen Zentralbanken einen wesentlichen Schritt voraus und kann die Kaufkraft des Dollars jederzeit durch Zinsanpassungen in die gewünschte Richtung lenken. Wallstreet und Dollar-Investoren werden es ihr danken, während der Rest der Welt ausblutet und immer mehr in die Abhängigkeit und Willkür der amerikanischen Geldpolitik gerät.

Ein Problem ergibt sich allerdings für die USA: Je mehr sie ihre Instrumente zum Machterhalt nutzen, desto mehr werden sich andere Länder nach Alternativen zur Weltleitwährung umsehen! Bestes Beispiel hierfür ist Russland, das zusammen mit Asien den Zwangsgebrauch des USD durch direkte Währung-Swaps umgeht. Dieser Trend zur Abkehr von FED und Wallstreet wird sich weltweit fortsetzen!

 

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(C) GELDRAUB

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