Das Finanzsystem kämpft um sein Überleben – Rohstoffe günstig wie nie, Aktienmärkte auf Höchstständen!

Wie kann es eigentlich sein, dass die Aktienmärkte extrem steigen und die Rohstoffpreise extrem sinken? Das Marktgesetz besagt doch: Wenn die Wirtschaftskraft steigt, werden viele neue Waren hergestellt, dadurch steigt die Nachfrage nach Rohstoffen, und deren Preis ebenso. Doch was sehen wir aktuell? Die Aktienmärkte vermitteln eine enorme Boomphase der Weltwirtschaft, die Rohstoffmärkte jedoch sind Nahe der Tiefs der Weltwirtschaftskrise 2008/2009. Die wichtigsten Rohstoffpreise haben in den letzten 5 Jahren bis zu 60% nachgegeben und fallen immer schneller. Öl, Silber, Kupfer, Zinn und Platin werden für nahezu alle Industrieproduktionen benötigt. Da kann doch etwas nicht stimmen!

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Charts sind ein hervorragendes Instrument um die Vergangenheit zu skizzieren. Sie sehen hier exemplarisch den 5-Jahres-Vergleich von wichtigen Aktienmärkten und Rohstoffpreisen. Auffällig ist, dass sich seit Mitte 2012 die Aktienmärkte und die Rohstoffpreise entkoppelt haben. Seit diesem Zeitpunkt steigen die Aktien an, die Rohstoffe fallen. QE wurde ab 2012 weltweit immer salonfähiger und stetig ausgeweitet.

Wir sehen die Folgen der lockeren Geldpolitik der FED, der EZB und allen anderen Zentralbanken großer Industrienationen. Das neu geschöpfte Geld floß in die Aktienmärkte, während die Wirtschaft und damit die Rohstoffpreise von dieser Geldschwemme nicht profitierten. Das Ergebnis der letzten 5 Jahre: Wer in Aktien investierte ist der Gewinner, wer in Silber und Öl investierte der Verlierer. Zur Erinnerung: Es gibt auch Zeiten, da ist es umgekehrt!

Entgegen aller Wirtschaftsprognosen zeigen die Rohstoffpreise doch am deutlichsten den wahren Zustand der Weltwirtschaft: Die weltweite Nachfrage nach Waren im Jahr 2015 sinkt extrem. Die einen Analysten machen die stagnierenden Wirtschaften Chinas und der Tigerstaaten dafür verantwortlich, andere die geopolitischen Verwerfungen in der Welt, wieder andere erkennen eine verfehlte Wirtschaftspolitik in den Industrienationen. Mag stimmen, mit Sicherheit ist es ebenso der tobende Währungskrieg im Hintergrund, die katastrophal hohen Staatsschulden, die extreme Überschuldung der Privathaushalte, kurz: die Verteilung von fleißig nach reich durch Zinsen. All das deckt den zunehmenden Zerfall unseres Geldsystems auf welches darauf beruht, stetig neues Geld zu schaffen um alte Schulden (plus Zinsen) zu bedienen oder umzuschulden.

Es wird heute unbegrenzt Geld in Form von günstigen Krediten in die Märkte gepumpt, im Ergebnis mit nahezu null Wirtschaftswachstum (= kaum Gewinne für Unternehmen und Investoren) und erstaunlicherweise keiner nennenswerten Inflation der Verbraucherpreise (= ebenso keine Zinsen auf Geldvermögen aus Gewinnen). Dies sehen auch die Kreditnehmer (= Geschäftsbanken und Investoren) und deshalb fließt das viele neue billige Geld in die Spekulation statt in Realinvestments. Es gibt einfach zur Zeit die bessere Rendite durch die blanke Spekulation (the trend is your friend). Investments in Firmengebäude und Produktionsstätten und damit in Arbeitsplätze für Menschen sind in diesem ertragslosen Umfeld offensichtlich eher unattraktiv. Die Unternehmen selbst kaufen lieber eigene Aktien zurück um die Dividendenrendite zu steigern statt in ihr Unternehmen und ihre Mitarbeiter zu investieren.

Die Aktienmärkte werden der Abwärtsspirale folgen – mit oder ohne Zinswende. Auch die Aktienmärkte können sich nicht dauerhaft dem Abwärtstrend der Weltwirtschaft entziehen. Hinter den Aktien stehen Unternehmen, die täglich gegen schrumpfende Umsätze und Erträge kämpfen. Pleitewellen von kleinen und mittelständischen Unternehmen rollen über den Globus, Arbeitnehmer verlieren ihre Jobs. Spätestens dann, wenn Zentralbanken die teilweise angekündigte Zinswenden einleiten, wird sich das Geld wieder auf mehrere Anlageklassen verteilen und die Aktienblase angestochen (= sinkende Kurse). Ob jedoch die Zinswende überhaupt kommt, sei dahin gestellt, wir von der GELDRAUB-Redaktion tippen eher auf eine jahrzehntelange Niedrigzinspolitik in der Eurozone und dem Dollarraum, ähnlich wie Japan es seit über 20 Jahren praktiziert. Leitzinssätze >5% werden unserer Ansicht nach Staatspleiten nach sich ziehen oder die arbeitende Bevölkerung durch die steigende Steuerlast (Zinszahlung auf Staatsschulden) völlig berauben, was wiederum zu Revolten führen könnte. Anzeichen steigender Unzufriedenheit sehen wir bereits jetzt auf Deutschlands Straßen!

Wenn selbst kostenfrei Kredite kein Wachstum erzeugen, ist das Zinsgeldsystem am Ende! Bis zum Ende dieser Dekade werden wir den Übergang in ein neues Geldsystem erleben. Vielleicht wird es digitales Kryptogeld sein, vielleicht wieder goldgedeckte Papierwährungen, vielleicht verstärkt Regionalwährungen. Beliebig vermehrbar wird es jedoch nicht mehr sein, wenn die Erdenker des neuen Geldsystems klug handeln.

Auch wenn Rohstoffe wie Gold die letzten Jahre als Verlierer dastehen, so sind sie heute umso günstiger zu haben. Und Gold ist immer Geld, es ist die universelle Weltwährung. Handeln Sie ab jetzt antizyklisch und investieren Sie einen Teil ihres Vermögens in physische Edelmetalle statt in die bald endende Aktienblase.

Gemessen in EUR steigt der Goldpreis seit 2014!
Sagen Sie nicht, Gold sei heute zu teuer.
Sehen Sie es eher so: Ihr Geld ist heute einfach weniger wert

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Siehe auch: Crash der Aktien- und Rohstoffmärkte von August 2015

(C) GELDRAUB

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