Bitcoin vs. Gold – Konkurrenten oder Ergänzung für Anleger in Krisenzeiten?

Der Wertzuwachs des Bitcoins ist beachtlich – mehr noch – er ist ein Phänomen! Dass es den Bitcoin überhaupt gibt, ist jedoch das eigentlich Erstaunliche! Seit dem Start im Jahr 2008 – kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise – ist der Wert eines Bitcoins bis heute auf knapp 5.000 USD gestiegen. Der Preis für eine Unze Gold steht heute bei knapp 1.300 USD. Innerhalb der letzen drei Jahre hat sich der Preis eines Bitcoins in Euro gerechnet 15 mal besser entwickelt als der Preis für eine Unze Gold. Was ist passiert?

Dank der modernen Digitaltechnik und der weltweiten Vernetzung der Computer war es durch den Erfinder Satoshi Nakamoto möglich, eine von Banken unabhängige Kryptowährung namens Bitcoin zu etablieren. Das ist eine echte Revolution, denn Bitcoins symbolisieren eine Währung, die außerhalb des Bankensystems entstand. Viele Menschen haben zeitgleich die digitalen „Münzen“ als Tauschmittel angenommen und akzeptiert, mehr noch, sie wollten welche besitzen und traten massiv auf der Käuferseite auf – zeitgleich konnte man die Angebotsseite immer schwieriger bedienen, da die Förderzeiten eines neuen geschöpften Bitcoins immer weiter stiegen. Die Kosten für das Minen eines Bitcoins liegen heute bei ca. 1.000 USD (Gold ebenfalls rund 1.000 USD/Oz) und steigen mit jedem neuen Bitcoin weiter. Seit der Gründung im Jahr 2008 traten dauerhaft mehr Käufer als Verkäufer auf, folglich stieg der Kurs durch das knappe Angebot auf mehrere 1.000% bis heute an.

 

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Die Ursache für den rasanten Anstieg liegt in den folgenden Eigenschaften eines Bitcoins:

• stetig steigende Förderkosten (modernste Hardware und steigender Energiebedarf)
• nur 16,5 Millionen Bitcoins bis heute gefördert (max. 21 Million möglich)
• er ist eine deflationäre digitale Währung (Ersatz für inflationäres Fiat-Giralgeld)
• er ist anonymes Geld bei Transaktionen (persönlicher Datenschutz, vergl. Bargeld)
• Negativzinsen sind nicht möglich
• die Lagerung erfolgt außerhalb des Bankensystems

Der Preis des Bitcoins kann nicht mit marktüblichen Mitteln manipuliert und kontrolliert werden. Die Blockchain-Technologie lässt dies nicht zu! Daher hat sich zu den gesetzlichen Währungen der Zentralbanken wie EUR und USD mit dem Bitcoin eine digitale Parallelwährung mit hoher Akzeptanz entwickelt, die aus Sicht der Banken und Finanzämter natürlich verboten gehört! Ein direktes Verbot oder „löschen“ des Bitcoin ist jedoch nicht möglich, aber der Handel kann verboten werden ( wenn zum Beispiel Shops Bitcoins nicht als Zahlungsmittel annehmen dürfen).

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Eingangs wurde bereits erwähnt, dass es erstaunlich ist, dass es den Bitcoin überhaupt gibt. Denn die Rolle des anonymen Wertspeichers außerhalb des Bankensystems trägt traditionell das Edelmetall Gold. Vergleicht man die Kursentwicklungen von Bitcoin und Gold, könnte man annehmen, Kryptowährungen sind ein Ersatz für Gold in Krisenzeiten.

Der Preis des Bitcoin kann nicht kontrolliert werden – der für Gold schon
Gold ist, wie der Bitcoin, eine weltweit akzeptierte Parallelwährung. Der Unterschied ist jedoch, dass der Goldpreis durch Banken festgelegt wird. Goldbugs wissen, dass Gold nicht physisch gehandelt wird, sondern mittels Future-Kontrakte des Finanzsystems (auch Papiergold genannt). Bekannt ist ebenso, dass viel mehr Papiergold als physisches Gold im Umlauf ist. Heute sind rund 250 Papierunzen mit nur einer einzigen Unze physischem Gold unterlegt. Kaufen Sie zum Beispiel ein Gramm Xetra-Gold, „besitzen“ Sie tatsächlich nur rund 4 Milligramm. Das ist der Hauptgrund, warum der Goldpreis seit der Finanzkrise noch nicht, im Vergleich zum Bitcoin, explodiert ist: Man verwässert einfach das Angebot durch künstlich geschaffene Papierunzen – das wirkt preisstabilisierend und führt sogar zu sinkenden Kursen bei gleichzeitig massiver Geldmengenausweitung der Währungen (QE Programme). Gold wirkt daher insgesamt eher unattraktiv auf Anleger – was wiederum das Ziel der Währungshüter ist, denn ein steigender Goldpreis ist ja bekanntlich das Spiegelbild einer sinkenden Kaufkraft der Währungen. Diese Art der Preiskontrolle funktioniert bei Bitcoins technikbedingt definitiv nicht! Daher sehen wir beim Bitcoin eine echte Preisstellung, die traditionell Gold einnahm, bevor der Goldhandel vor drei Jahrzehnten durch Papiergold virtualisiert wurde. So gesehen ist der Bitcoin heute das bessere Gold, denn er trifft unvermittelt auf Angebot und Nachfrage, frei von finanzmarkttechnischen Kontrollen.

Ist der Bitcoin ein Konkurrent für Gold?
Nein – der Bitcoin verhält sich so, wie Gold es unter den selben Umständen täte. Er ist daher eine Ergänzung zu Gold. Beide eint, dass sie außerhalb des Finanzsystems Werte darstellen. Anleger, die ihr Vermögen krisenfrei aufbewahren möchten, können dies auch mit Bitcoins tun. Aber erst, nachdem sie ausreichend physische Edelmetalle besitzen. Gold ist daher als Investment immer vorrangig, denn:

• Gold in Form von Barren und Münzen ist ewig haltbar
• Gold benötigt keinerlei Technik und Datenträger
• Gold hat sich seit Jahrtausenden als Wertspeicher bewährt, Bitcoin existiert erst 9 Jahre
• Zentralbanken halten Gold zur Deckung ihrer Bilanzen, aber keine Kryptowährungen
• Ein Verbot des Handels mit Bitcoins ist wahrscheinlicher als bei Gold

Handel mit Bitcoin und tausche in Gold
Eine Strategie für Anleger könnte sein, in Bitcoins und Gold parallel zu investieren, die Gewinne aus Bitcoins abzuschöpfen und in physisches Gold zu tauschen. Goldhändler melden verstärkt Goldkäufe mit Bitcoins, ein Transfer vom digitalen Bitcoin hin zum physischen Gold ist offensichtlich bereits im Gang. Die Kurssteigerung des Bitcoins verstärkt auch die Wahrnehmung der Bevölkerung für Gold als bewährtes und anonymes Investment, ohne Negativzinsen, Kontoführungsgebühren oder einer möglichen Kontenrasur bei einem erneuten Ausbruch der Finanzkrise. Und das wiederum wird den Goldpreis in Zukunft stützen und weiter steigen lassen, denn auch bei physischem Gold werden die Käufer immer mehr. Es bleibt allein die Frage, ob der Preis für Bitcoin oder Gold schneller steigt, um gewinnoptimiert zu handeln.

 

(C) GELDRAUB

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